Philosophie
Gesundheit, Sicherheit, Hygiene
Gesundheit und Sicherheit stehen selbstverständlich immer an erster Stelle. Natürlich findet mit kranken Pferden kein Training statt. Insbesondere müssen aber auch bei Problematiken wie z.B. Steigen, Kopfschlagen, Durchgehen usw. gesundheitliche Ursachen fachkundig ausgeschlossen werden, z.B. veterinärmedizinisch oder physiotherapeutisch.
Relevant ist natürlich auch die korrekte Ausrüstung des Pferdes. Sie muss dem beabsichtigten Zweck und vor allem auch dem Ausbildungsstand von Pferd und Reiter angemessen gewählt, passend verschnallt und frei von Mängeln und Schäden sein. Eventuelle Anpassungen oder Änderungen können wir gerne auch gemeinsam besprechen, wobei die Kontrolle des Sattels natürlich regelmäßig durch eine*n Sattler*in erfolgen sollte.
Auch die Reiter*innen selbst bitte ich für den praktischen Unterricht um korrekte Ausrüstung. Zum Reiten gehört selbstverständlich ein passender Reithelm nach aktuell gültiger Norm und Reithandschuhe. Werden Reitschuhe alternativ zu Reitstiefeln getragen, müssen diese fest und knöchelhoch aber nicht zu schwer sein, eine durchgehende, nicht zu dicke Sohle mit flachem Absatz besitzen und keinen Klettverschluss. Turnschuhe sind zum Reiten nicht geeignet. Reitschuhe oder Stiefeletten am besten mit Chaps oder Siefelschaft kombinieren. Auch für Bodenarbeitsstunden sollten entsprechendes Schuhwerk und rutschfeste Handschuhe getragen werden. Analog zur geführten Gelassenheitsprüfung tragen Kinder und Jugendliche bitte ihren Reithelm. Beim Führen und Reiten Jacken bitte immer schließen oder ausziehen und lange Haare zusammenbinden.
Als mobile Reitlehrerin sind für mich Hygiene und die Information über vorliegende Krankheiten - insbesondere ansteckende - in den Ställen bzw. der jeweiligen Pferde natürlich äußerst wichtig. Um eine eventuelle Übertragung möglichst zu vermeiden besteht automatisch bei Inanspruchnahme meines Angebots dauerhaft die Verpflichtung, mich umgehend sowohl bei Ausbruch als auch bei Verdacht auf eine ansteckende Erkrankung im Stall bzw. des jeweiligen Pferdes zu informieren.
Alle Leistungen finden außerdem selbstverständlich immer unter den jeweils geltenden Corona-Regeln statt.
Pferdeliebe
Neben meiner Familie und meinen Hunden sind mir die Pferde schon immer das Liebste auf der Welt gewesen. Ich liebe den Stallgeruch in der Nase und ein anspruchsvolles Dressurtraining ebenso wie den gemütlichen Ausritt oder einen Nachmittag voller Stallarbeit. Das Wohl und die Persönlichkeit des Pferdes stehen für mich immer an erster Stelle. Meine Grundhaltung gegenüber Pferden und Pferdemenschen finde ich wieder in den Ethischen Grundsätzen des Pferdefreundes und den Grundregeln des Verhaltens im Pferdesport. Meinen Umgang mit Pferden würde ich als liebevoll und konsequent beschreiben.
Liebevoll bedeutet für mich pferdegerecht, also der Natur des Pferdes entsprechend, und fair. Unter fair verstehe ich eine geduldige, freundliche und ausgeglichende Grundhaltung sowie ein konsequentes Verhalten dem Pferd gegenüber. Konsequenz bedeutet vor allem Verlässlichkeit. Verlässlicher Umgang und gleichbleibende Regeln schaffen einen sicheren Rahmen, dieser wiederum schafft Vertrauen und in einem vertrauensvollen Umfeld bestehen die besten Entwicklungschancen. So entsteht die beste Basis für eine liebevolle und stabile Beziehung zwischen Mensch und Pferd.
Vermenschlichung ist falsch verstandener liebevoller Umgang und Konsequenz ist abzugrenzen von machtbetonter Autorität.
"Problempferde"
Schwierigkeiten im Umgang und beim Reiten sind ärgerlich und belastend, das muss man nicht schönreden. Trotzdem gibt es "Problempferde" im umgangssprachlichen Sinne nicht, sondern Pferde mit Problemen - physischen und/oder psychischen. Von (vermeintlichen) Widersetzlichkeiten, auffälligen oder unerwünschten Verhaltensweisen bis hin zu Abwehrreaktionen oder auch Lethargie können diese vielseitig sein. Ebenso vielfältig sind die Ursachen wie z.B. Krankheiten, Schmerzen, Angst, Misstrauen, Unter- oder Überforderung, Nichtbeachtung der individuellen Veranlagung, Ausbildungsfehler oder -versäumnisse, ungewollte Konditionierungsvorgänge, Missverständnisse in der Kommunikation, falsche oder unklare Hilfengebung bis hin zu Haltungsmängeln, unpassender Fütterung oder fehlerhafter, nicht passender oder mangelhafter Ausrüstung.
Die Beispiele machen deutlich, dass die Probleme unserer Pferde immer im menschlichen Verantwortungsbereich liegen. Bei aller Frustration, die verständlicherweise entstehen kann, ist es deshalb unerlässlich, sich (wieder) auf die Natur des Pferdes und seine Bedürfnisse zu besinnen und auch vermenschlichende Unterstellungen aufzugeben. Um vorliegende Probleme zu lösen oder zumindest zu verringern müssen die Ursachen so weit wie möglich erkannt und behoben, physische Erkrankungen ausgeschlossen sowie die Haltung, die Ausrüstung, der Umgang und/oder das Training individuell angepasst bzw. optimiert werden. Insbesondere Ausbildung, Beritt und Bodenarbeitstraining müssen dabei immer in Kombination mit Reit- bzw. Bodenarbeitsunterricht stattfinden, damit das Pferd und sein/e Mensch/en sich gemeinsam weiterentwickeln.
Klassische Reitlehre
Reitunterricht, Beritt und Bodenarbeit biete ich auf Basis der Klassischen Deutschen Reitlehre. Klassisch bedeutet dabei weder "verstaubt" noch "nach Schablone" oder "im Militärton", sondern auf bewährten Grundprinzipien über lange Zeit gewachsen und sich durch neue Erkenntnisse ständig weiterentwickelnd. Richtig verstanden und umgesetzt erhält und fördert die Klassische Reitlehre die Gesundheit und dadurch lange Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit unserer Pferde. Ich bin überzeugt von dem Ausbildungssystem der FN und es ist mir ein Anliegen, diese Begeisterung und das Verständnis für das Was und Warum an meine Reitschüler*innen weiterzugeben.
Die Ausbildungsskala als Herzstück der Deutschen Reitlehre bildet dabei die Basis sowohl für die Grund- und weiterführende Ausbildung des Pferdes als auch für jede einzelne Einheit. Es ist wichtig sich klarzumachen, dass Lektionen als lösende und/oder versammelnde Übungen keinem Selbstzweck an sich dienen, sondern gleichermaßen hinführende als auch überprüfende Arbeitsmittel eines systematischen Gesamtsystems sinnvoller gymnastizierender Arbeit darstellen. So dient bspw. das Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen gleichzeitig sowohl der Förderung als auch der Überprüfung der Losgelassenheit (und sollte im Übrigen in keiner Trainingseinheit fehlen). Ausbildungsziel ist das durchlässige und sich im Gleichgewicht befindende Pferd in größtmöglicher Harmonie mit seinem Reiter*in.
Reitunterricht
Prinzipiell biete ich auf Wunsch natürlich auch reines Sitztraining, grundsätzlich betrachte und unterrichte ich aber Pferd und Reiter*in nicht getrennt. Das bedeutet, Sitzschulung und -korrektur fließen ebenso in meinen Unterricht ein wie die Gymnastizierung des Pferdes und theoretische Aspekte der Reitlehre. Je nach Ausbildungsstand von Pferd und Reiter*in und Ziel oder Problem können die Schwerpunkte in den einzelnen Einheiten bzw. von Paar zu Paar natürlich variieren. Ich halte eine kleine Auswahl effektiver Hilfsmittel aus dem Franklin-Sortiment bereit, die wir bei Interesse gerne zur Sitzkorrektur, Förderung der Beweglichkeit und besseren Körperwahrnehmung einsetzen könen.
Je nach Ausbildungsstand und individuellen Bedürfnissen des Pferd-Reiter*in-Paars und dem jeweiligen Ziel oder Problem gebe ich natürlich bei Bedarf Empfehlungen oder Anregungen für das Training zwischen unseren gemeinsamen Einheiten. Das gilt selbstverständlich gleichermaßen auch für Beritt und Bodenarbeit.
Die Einheiten folgen prinzipiell dem klassischen Aufbau Lösungs-, Arbeits- und Erholungsphase inkl. kleinen Pausen und werden abwechslungsreich gestaltet. Da korrektes Schrittreiten sehr wichtig ist und man schon diese Phase sinnvoll nutzen kann und sollte, beginne ich meinen praktischen Unterricht i.d.R. bereits ab dem Aufsitzen. Ergänzend besteht so die Möglichkeit, vom Training seit der letzten Einheit und zu berichten und über die aktuelle Tagesform von Pferd und Reiter*in zu sprechen.
Beritt
Je nach aktuellem Ausbildungsstand des Pferdes und Ziel oder Problem biete ich Korrektur-, Förder- oder Begleitberitt in der Regel als Teil-, in Ausnahmefällen ggf. auch als Vollberitt. Ausbildungs- und Korrekturberitt sollten dabei immer in Kombination mit Reitunterricht stattfinden, damit Pferd und Reiter*in sich gemeinsam weiterentwickeln. Mein Schwerpunkt ist die gymnastizierende Dressurarbeit und der Korrekturberitt bei Problematiken, ggf. in Kombination mit Longen- und/oder Bodenarbeitstraining. Gerne unterstütze ich aber auch beim Anreiten und der Ausbildung junger Pferde. Dank meiner Statur passe ich auch auf kleinere Pferde bzw. größere Ponys.
Bodenarbeit
Bodenarbeit hat vielfältige Vorteile für Pferd und Mensch und dient bei weitem nicht nur der Abwechslung oder Alternative zum Reiten. Sie kann die Ausbildung und Gymnastizierung des Pferdes sowohl in der Grundausbildung im Umgang und beim Reiten als auch bei Problemen und neuen Lektionen unterstützen und fördern. Beim Menschen fördert sie insbesondere die Wahrnehmung für die eigene Körperhaltung, Bewegung und Ausstrahlung und das bewusste Auseinandersetzen mit dem natürlichen Verhalten des Pferdes und seinen Sinnen. Ein wichtiger Aspekt sind außerdem die Themen Motivation und Lerntheorie, z.B. die richtige Anwendung von Lob oder das Verständnis von Konditionierungsvorgängen. Bodenarbeit beginnt genau genommen jeden Tag schon bei der ersten Begegnung mit dem Pferd und erstreckt sich über die ganze gemeinsam verbrachte Zeit, denn die zugrunde liegenden Prinzipien beim Umgang können natürlich nicht auf einzelne Einheiten oder ein abgestecktes Areal begrenzt werden.
Neben der Grund- und weiterführenden Ausbildung kann Bodenarbeit selbstverständlich auch die körperliche und geistige Gesundheit von nicht (mehr) reitbaren Pferden fördern und ggf. auch bei Pferden in der Rekonvaleszenz sinnvoll eingestzt werden. Bodenarbeit ist insbesondere aber auch Beziehungstraining und kann einen wichtigen und positiven Beitrag zur Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd leisten und gegenseitiges Verständnis und Vertrauen fördern. Je nach Ausbildungsstand von Pferd und Reiter*in bzw. Ziel oder Problem kann es sehr sinnvoll sein, Reitunterricht und/oder Beritt mit Bodenarbeit zu kombinieren.
Erstes Kennenlernen
Für unsere erste gemeinsame Einheit plane ich etwas mehr Zeit ein als für die regelmäßigen Termine. So haben wir Zeit für das persönliche Kennenlernen vor der ersten praktischen Einheit. Anschließend besprechen wir ob und wie es gemeinsam weitergeht und legen nach individuellen Kriterien einen (vorläufigen) Plan fest, der z.B. regelmäßigen Reitunterricht oder Beritt oder eine Kombination aus Unterricht, Beritt und/oder Bodenarbeit beinhaltet.
Videoanalyse
Die Ursache(n) vieler reiterlichen Probleme haben sich meist über einen längeren Zeitraum etabliert und sind oft auf reine verbale Anweisung hin nur schwer zu ändern, da die falsche Haltung oder Bewegung mittlerweile als "richtig" weil "normal" wahrgenommen wird und die neue, wenn auch korrekte Haltung oder Bewegung, als unnatürlich. Sich selbst dann einmal zuzuschauen und ggf. den Ist- mit dem Soll-Zustand zu vergleichen, kann manchmal kleine Wunder bewirken. Auch beim Erlernen neuer Bewegungsmuster können Aufnahmen sehr effektiv sein. Spiegel in der Halle sind hier sehr nützlich und dürfen und sollten auch unbedingt zur Selbstkorrektur Vernwedung finden. Ein Video oder Bild kann aber manchmal praktikabler sein. Hierfür müssen wir aber keinen großen Aufwand betreiben, denn Handyaufnahmen sind in der Regel vollkommen ausreichend und können auch direkt gesichtet werden. Die Aufnahmen werden selbstverständlich mit dem Handy des Reiters gemacht, so dass sie ausschließlich in dessen Besitz liegen und keine Datenschutzkonflikte entstehen.
Stalldienste
Stallarbeit war für mich schon immer selbstverständlich und als Pferdemensch kann ich mir kein schöneres Fitnessstudio vorstellen. Ich übernehme gerne Stalldienste im kleineren Rahmen bspw. für private Haltergemeinschaften oder Pensionsbetriebe. Möglich sind alle typischen Aufgaben wie Ausmisten, Abäppeln, Einstreuen, Füttern, Koppelservice u.s.w. als dauerhafte Leistung oder auch als Urlaubs- und Krankheitsvertretung.
Geduld, Respekt, Ehrlichkeit
Ein Ziel möchte man gerne so schnell wie möglich erreichen, ein Problem gerne so schnell wie möglich aus der Welt schaffen - das ist menschlich und verständlich. Meistens benötigen die Dinge aber ihre Zeit und Menschen und Tiere sind nun mal keine Maschinen mit dem berühmten Schalter zum Umlegen. Wir sollten deshalbt nicht vergssen, uns und unseren Pferden die individuell benötigte Zeit zum Lernen und Weiterentwickeln zuzugestehen und einzuräumen. Auf solcher Basis erfolgt Lernen nachhaltig. Unter Stress kann Lernen nicht statfinden. Bei allem Ehrgeiz sollte die Geduld also nicht vergssen werden.
Mit dem Prinzip "5 Reiter*innen haben mindestens 6 verschiedene Meinungen" wurde ich schon früh konfrontiert und ebenso ist mir durch die Arbeit in verschiedenen Betrieben schnell klar geworden, dass es selbst innerhalb derselben Disziplin unterschiedliche Auslegungen und Herangehensweisen gibt und schon für Kleinigkeiten in anderen Ställen eben andere Regeln herrschen können. Solange der Tierschutz jederzeit Beachtung findet, hat diese Diversität selbstverständlich ihre Berechtigung und kann insbesondere auch sehr bereichernd sein. Das setzt jedoch gegenseitig einen offenen, freundlichen und respektvollen zwischenmenschlichen Umgang voraus. Dieser ist mir sehr wichtig und es ist mir ein Anliegen, hierauf wieder etwas mehr Augenmerk zu legen, insbesondere in unserer immer "rauer" werdenden Gesellschaft.
Ehrlichkeit ist die Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit und um an Ziele und Probleme effektiv heranzugehen. Dazu gehört für mich z.B. eine gemeinsame, möglichst objektive Bestandsaufnahme aller relevanten Faktoren zu Beginn und auch immer wieder im Verlauf des gemeinsamen Trainings. Ehrlich darf und sollte man aber auch miteinander sein, wenn man merkt, dass "es nicht passt". Ein gemeinsames Gespräch kann eventuelle Missverständnisse oder Unklarheiten ausräumen, aber das Aushalten von persönlicher Antipathie oder Widerständen gegen grundsätzliche Methoden ist für niemanden zielführend. Dann ist es die beste lösung, respektvoll getrennte Wege zu gehen.